In letzter Zeit habe ich mich doch immer wieder gefragt, wie das wohl wird dann nach so langer Zeit wieder alle zu Hause gebliebenen zu treffen. Habe ich mich sehr verändert? Oder haben sich alle anderen verändert? Oder könnte es passiert, dass es einfach nicht mehr passt?
Als ich am Montag, dann nach so langer Zeit meinen kleinen (nicht mehr ganz so kleinen, inzwischen doch wirklich deutlich längeren) Bruder in die Arme schließen könnte war aber sofort wieder alles beim Alten. 'Ohh Larissa du bist peinlich!' 'Halts Maul Bruderherz!' Jap es war wirklich wunderschön, dass mein Bruder und ich die Möglichkeit bekommen haben ein Paar Tage während unserer Osterferien gemeinsam zu verbringen.


Und es war wirklich erstaunlich wie ich erst durch ihn wieder auf die vielen Kleinen Dinge hingewiesen wurde, die hier in Schweden wirklich anders sind. Für mich war es einfach so normal, dass auf unserem Weg zum Laserdom (um Laser Tag zu spielen.. man muss seinem Bruder ja etwas bieten ;) 3 Busse einfach nicht aufgetaucht sind und wir zum Schluss trotz Zeitpuffer rennen mussten um noch einigermaßen pünktlich zu sein. Dass zwischen Schweden, die sich nicht kennen, immer ein mindestens 3m großer Sicherheitsabstand herrscht. Dass der Umgang höflicher und freundlicher als in Süddeutschland ist. Dass wir hier auf Dänische Art unser Brot mit Messer und Gabel essen. Ich könnte diese Liste endlos weiter führen. Genauso hat er mir aber auch wieder Kleinigkeiten aus meinem Deutschen Leben in den Kopf gerufen, die längst vergessen waren. Es ist wirklich erstaunlich wie schnell sich der Mensch an neue Situationen gewöhnen kann und alte auf ein paar wichtigste Erinnerungen reduziert.
Und was mich selbst noch mehr erstaunt hat. Wenn ich mich nicht darauf konzentriere welche Sprache ich spreche, bequatsche ich Leute meist auf Schwedisch. Mein Bruder musste wiederholt verwirrt Erfahrung damit machen.. während ich sauer wurde weil er nicht reagierte und nicht im geringsten merkte, mal wieder ins Schwedische gewechselt zu haben. Sprachchaos war diese Woche wirklich vorprogrammiert. Mein Bruder kämpfte besonders mit dem Englisch. Ich war ähh verwirrt..
Wie vertraut mir Schweden und mein Leben hier geworden ist, bemerkte ich erst richtig, als ich es zusammen mit meinem durch und durch deutschen Bruder bestreiten musste. Man wird doch ein kleines bisschen stolz, wenn man Dinge erklären kann, die einem selbst am Anfang genauso verwunderlich vorkamen. Und als mein Bruder dankend mein Angebot auf ein Eis mit: "Das ist doch viel zu kalt hier." ablehnte, war diesmal ich es, die sauer darauf hinwies: "Das ist eben unser Schwedischer Sommer hier!"
Danke an alle, die mir diese wundervollen Tage mit meinen KLEINEN Bruder ermöglicht haben
Larissa