20.4.14

Påsk - Ostern in Schweden

Genau wie in Deutschland gibt es auch in Schweden die Tradition Ostern. Typisch für Ostern sind wie bei uns Eier, der Osterhase, Hühner und Küken.. Allerdings merkt man im recht unreligiösen Skandinavien fast nichts vom doch sehr christlichen Hintergrund der Feiertage. Wie schon an Weihnachten sind die Festlichkeiten mehr auf Familie und wie immer in Schweden auf das Essen fixiert :D. Anstatt in die Kirche zu gehen, verbringe ich gerade also meine Tage damit die typischen Ostergodis (man bekommt diese Mischung aus Süßigkeiten typisch in bunten Pappeiern geschenkt) zu verschlingen und die endlich aufgetauchten, lang vermisste Sonne zu genießen.


Und Dank der Einladung zu einem Osteressen, bin auch ich in Schwedenmark (meine dänische Familie isst zwar natürlich auch gut zu Ostern.. (musste mich gerade zwischen Kuchen oder Eis zum Nachtisch nachher entscheiden hehehe) ..aber eben nicht schwedisch) lebende, in den Genuss des schwedischen påskbord gekommen. Ob Jul, später dann Midsommar oder nun Påsk. An den wichtigsten Tagen im Jahr wird in Schweden vorallem Lachs, Hering, Köttbullar, Würstchen, Kartoffeln, Brot, Schinken, Käse und natürlich Ei gegessen. Das ganze funktioniert als Buffet und man nimmt sich einfach was  und so viel man will. 
Glück für mich, da ich kein Fleisch essen wollte. Wer bitte kommt auch auf die Idee Ostern am Karfreitag zu feiern?!^^

Frohe Ostern
Larissa

19.4.14

Besuch von Zuhause

In letzter Zeit habe ich mich doch immer wieder gefragt, wie das wohl wird dann nach so langer Zeit wieder alle zu Hause gebliebenen zu treffen. Habe ich mich sehr verändert? Oder haben sich alle anderen verändert? Oder könnte es passiert, dass es einfach nicht mehr passt?

Als ich am Montag, dann nach so langer Zeit meinen kleinen (nicht mehr ganz so kleinen, inzwischen doch wirklich deutlich längeren) Bruder in die Arme schließen könnte war aber sofort wieder alles beim Alten. 'Ohh Larissa du bist peinlich!' 'Halts Maul Bruderherz!' Jap es war wirklich wunderschön, dass mein Bruder und ich die Möglichkeit bekommen haben ein Paar Tage während unserer Osterferien gemeinsam zu verbringen.



Und es war wirklich erstaunlich wie ich erst durch ihn wieder auf die vielen Kleinen Dinge hingewiesen wurde, die hier in Schweden wirklich anders sind. Für mich war es einfach so normal, dass auf unserem Weg zum Laserdom (um Laser Tag zu spielen.. man muss seinem Bruder ja etwas bieten ;) 3 Busse einfach nicht aufgetaucht sind und wir zum Schluss trotz Zeitpuffer rennen mussten um noch einigermaßen pünktlich zu sein. Dass zwischen Schweden, die sich nicht kennen, immer ein mindestens 3m großer Sicherheitsabstand herrscht. Dass der Umgang höflicher und freundlicher als in Süddeutschland ist. Dass wir hier auf Dänische Art unser Brot mit Messer und Gabel essen. Ich könnte diese Liste endlos weiter führen. Genauso hat er mir aber auch wieder Kleinigkeiten aus meinem Deutschen Leben in den Kopf gerufen, die längst vergessen waren. Es ist wirklich erstaunlich wie schnell sich der Mensch an neue Situationen gewöhnen kann und alte auf ein paar wichtigste Erinnerungen reduziert.
Und was mich selbst noch mehr erstaunt hat. Wenn ich mich nicht darauf konzentriere welche Sprache ich spreche, bequatsche ich Leute meist auf Schwedisch. Mein Bruder musste wiederholt verwirrt Erfahrung damit machen.. während ich sauer wurde weil er nicht reagierte und nicht im geringsten merkte, mal wieder ins Schwedische gewechselt zu haben. Sprachchaos war diese Woche wirklich vorprogrammiert. Mein Bruder kämpfte besonders mit dem Englisch. Ich war ähh verwirrt..

Wie vertraut mir Schweden und mein Leben hier geworden ist, bemerkte ich erst richtig, als ich es zusammen mit meinem durch und durch deutschen Bruder bestreiten musste. Man wird doch ein kleines bisschen stolz, wenn man Dinge erklären kann, die einem selbst am Anfang genauso verwunderlich vorkamen. Und als mein Bruder dankend mein Angebot auf ein Eis mit: "Das ist doch viel zu kalt hier." ablehnte, war diesmal ich es, die sauer darauf hinwies: "Das ist eben unser Schwedischer Sommer hier!"

Danke an alle, die mir diese wundervollen Tage mit meinen KLEINEN Bruder ermöglicht haben
Larissa

11.3.14

The key

Kennt ihr sie? Diese Tage, an denen es einem einfach nicht gut gehen will? Die Sonne scheint, die nervige Computertechnikarbeit wurde verschoben, das Essen war gut, es ist die letzte Stunde eines gechillten Schultages, doch die Laune ist im Keller. Der absolute Nullpunkt erreicht.
Warum das so ist, ist einem ein Rätsel, was man dagegen Unternehmen soll ein noch größeres.

Ja auch diese Tage gibt es während eines Auslandsjahres. Es gibt Phasen, da geht es einem super, alles läuft perfekt, es gibt Tage, an denen will man nur nach Hause und dann gibt es diese, an denen man am liebsten nirgends wäre… außer vielleicht in seinem Bett.. nur welchem Bett?
Wieder zurück und das neue Zuhause hinter mir lassen... Panik steigt auf.. die Zehen krallen sich in den Boden.. Ich will nicht weg!
Hier bleiben? Unmöglich! Ich freue mich doch alle wieder zu sehen und das kompliziertes Schweden gegen ein verständliches Deutschland einzutauschen!

Vielleicht sind es diese gespaltenen Gefühle, die manchmal zu einem bitteren Geschmack nach einem schönen Moment führen. Heimweh ist es auf jeden Fall nicht, ein Zuhause habe ich hier auch. Vielleicht Sehnsucht nach der richtigen Familie? Die Amerikanische Familie meiner Gastschwester war letztes Wochenende hier. Es war schön sie mit Eltern und Bruder lächeln zu sehen, tat aber auch weh.
Ich fühle mich als richtiger Teil meiner Familie hier. Verwirre Leute, weil ich bei Erzählungen nicht zwischen ihnen und meiner Deutschen Familie unterscheide. -Wenn plötzlich aus einem kleinem Bruder zwei große werden und Großeltern Dänisch sprechen.- Aber die biologische Familie kann man nicht einfach ersetzten. Meine zwei Familien: Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und sie zu vergleichen ist unmöglich. Meine deutschen Eltern in Schweden - außerhalb meiner Vorstellungskraft. Meine dänisches Eltern in unserem deutschen Wohnzimmer - das wäre wie plötzlich eine Brezel bei einem Schwedischen Bäcker zu finden..

Was ich mit diesem Blogeintrag sagen will? Jeder erzählt, dass das zweite Halbjahr ein Zuckerschlecken ist. Dass man, wenn man die Anfangsschwierigkeiten überwunden hat, das beste Jahr seines Lebens erlebt. Wer will mit 17 das beste Jahr seines Lebens erleben?
Und ich lebe ein normales Leben hier. Welches normale Leben ist ein Zuckerschlecken? Schulproblem, Meinungsverschiedenheiten mit den Eltern, der ein oder andere Zickenkrieg.
Klar Sprache ist kein Problem mehr (..naja Englischunterricht ist gerade das Sprachchaos überhaupt..), ich bin nicht mehr die stumme Neue in der Schule, schieße auch mal das ein oder andere Tor im Innebandy, werde im Orchester gebraucht und Busfahren.. Gott wie konnte ich mal denken, dass das kompliziert ist :D Ich würde sagen das zweite Halbjahr ist komplett anders als das Erste. Aber eines von beiden bevorzugen? Nein.
Deshalb bin ich auch der vollen Überzeugung, dass er wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen, keine halben Sachen zu machen und das ganze Jahr zu durchleben. Ein unvergessliches Jahr zu erleben!


Auslandsjahr als der Schlüssel zu einer neuen Heimat, seiner alten Heimat und sich selbst.
Larissa