Warum das so ist, ist einem ein Rätsel, was man dagegen Unternehmen soll ein noch größeres.
Ja auch diese Tage gibt es während eines Auslandsjahres. Es gibt Phasen, da geht es einem super, alles läuft perfekt, es gibt Tage, an denen will man nur nach Hause und dann gibt es diese, an denen man am liebsten nirgends wäre… außer vielleicht in seinem Bett.. nur welchem Bett?
Wieder zurück und das neue Zuhause hinter mir lassen... Panik steigt auf.. die Zehen krallen sich in den Boden.. Ich will nicht weg!
Hier bleiben? Unmöglich! Ich freue mich doch alle wieder zu sehen und das kompliziertes Schweden gegen ein verständliches Deutschland einzutauschen!
Vielleicht sind es diese gespaltenen Gefühle, die manchmal zu einem bitteren Geschmack nach einem schönen Moment führen. Heimweh ist es auf jeden Fall nicht, ein Zuhause habe ich hier auch. Vielleicht Sehnsucht nach der richtigen Familie? Die Amerikanische Familie meiner Gastschwester war letztes Wochenende hier. Es war schön sie mit Eltern und Bruder lächeln zu sehen, tat aber auch weh.
Ich fühle mich als richtiger Teil meiner Familie hier. Verwirre Leute, weil ich bei Erzählungen nicht zwischen ihnen und meiner Deutschen Familie unterscheide. -Wenn plötzlich aus einem kleinem Bruder zwei große werden und Großeltern Dänisch sprechen.- Aber die biologische Familie kann man nicht einfach ersetzten. Meine zwei Familien: Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und sie zu vergleichen ist unmöglich. Meine deutschen Eltern in Schweden - außerhalb meiner Vorstellungskraft. Meine dänisches Eltern in unserem deutschen Wohnzimmer - das wäre wie plötzlich eine Brezel bei einem Schwedischen Bäcker zu finden..
Was ich mit diesem Blogeintrag sagen will? Jeder erzählt, dass das zweite Halbjahr ein Zuckerschlecken ist. Dass man, wenn man die Anfangsschwierigkeiten überwunden hat, das beste Jahr seines Lebens erlebt. Wer will mit 17 das beste Jahr seines Lebens erleben?
Und ich lebe ein normales Leben hier. Welches normale Leben ist ein Zuckerschlecken? Schulproblem, Meinungsverschiedenheiten mit den Eltern, der ein oder andere Zickenkrieg.
Klar Sprache ist kein Problem mehr (..naja Englischunterricht ist gerade das Sprachchaos überhaupt..), ich bin nicht mehr die stumme Neue in der Schule, schieße auch mal das ein oder andere Tor im Innebandy, werde im Orchester gebraucht und Busfahren.. Gott wie konnte ich mal denken, dass das kompliziert ist :D Ich würde sagen das zweite Halbjahr ist komplett anders als das Erste. Aber eines von beiden bevorzugen? Nein.
Deshalb bin ich auch der vollen Überzeugung, dass er wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen, keine halben Sachen zu machen und das ganze Jahr zu durchleben. Ein unvergessliches Jahr zu erleben!
Auslandsjahr als der Schlüssel zu einer neuen Heimat, seiner alten Heimat und sich selbst.
Larissa