Eine zwiebelschneidende Schwester
Thanksgiving in Schwedenmark? Das konnte nur in einer Katastrophe enden^^
Nein weder turkey noch stuffing waren vergiftet.. und wir haben den Truthahn natürlich auch nicht selbstgeschlachtet :D
Der Grund für diesen Aufzug Laurens war einfach ein Musterbeispiel für den Humor meiner dänischen Familie. Wer nicht aufpasst endet als Runninggag und wenn das passiert ist, kann man nur noch auf den nächsten "Fehltritt" hoffen.. den ein guter Grund zu scherzen wird hier nicht so schnell vergessen :) Opfer diesmal: Laurens Amerikanische Mutter, die eigentlich nur für die Sicherheit ihres Kindes sorgen wollte und dafür ein paar Goggels nach Schweden gesendet hat. Goggles?! Ja auch wir waren kurz verwirrt, als wir im 'orginal'Thanksgiving-Rezept über die Passage: Wear your Googles to cut the onions! gestolpert sind. Aber nach kurzer Überlegung konnten wir die Angst vor den schmerzhaften Dämpfen einer Zwiebel dann doch nachvollziehen und sind dann sogar zu dem Schluss gekommen, dass eine amerikanische ZwiebelSchutzbrille alleine nicht gegen den Feind ankommt!
Aber ich kann euch beruhigen. Dank vorbeugender Sicherheitsmaßnahmen gab es keine schlimmeren Zwischenfälle und Lauren konnte das Projekt Zwiebel erfolgreich beenden. Der Auftrag wurde ausgeführt und es gibt weder Opfer noch Verluste anderer Art zu beklagen!
Ich muss sagen, mein erstes und wahrscheinlich einziges Thanksgiving wird wohl immer auf das Bild der Zwiebelschneidenden Lauren reduziert sein. Es war einfach zu gut!
Wenn Kulturen aufeinander stoßen braucht es wohl manchmal nicht mehr als eine gehörige Portion Humor!
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Apple- and Pumpkin Pie und als Truthahn geformte Schokolade - Traditioneller Nachtisch! Ungeklärte Frage des Tages: Warum schmeckt amerikanischer pumpapaj (Kürbiskuchen) nach schwedischen Pepparkakor (Pfefferkuchen)??? |
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Da vorallem der Großstadt Staatler ziemlich oft alleine isst, besteht der Zauber dieses 'Dank'festes wohl größtenteils daraus mit Freunden und Familie gemütlich an einem Tisch zu sitzen. Deshalb war unser Thanksgiving Laurens Birthdayparty und wir hatten wiedermal FullHouse! |
Ein See im Schuh
Da ich hier einen zu großen Teil meines Lebens auf einem Drahtesel verbringe, ist es naheliegend, dass trotz der rein geschäftlichen Beziehung zwischen meinem pinken Bike und mir, der ein oder andere gute Moment dabei ist. Denn warum auch immer, bekomme ich gerne gerade wenn ich mitten in einem demotivierten 'warruuummm Fahrradfahren??'-Gedanken feststecke plötzlich einen OMG-ich-bin-wirklich-in Schweden-Gedanken oder ich sehe auf meinem Weg etwas das einfach wunderschön/absurd/urkomisch… ist und meinen Fahrradhass langsam aber sicher in eine HassLiebe verwandelt.. was ich aber natürlich niemals! zugeben würde.
Folgende Anekdote steht für viele Momente in denen sich auf meinem Weg von A nach B, aus verschiedensten Gründen plötzlich ein dämliches Grinsen in mein Gesicht geschlichen hat.
Freitag. Zwischen dem Wochenende und mir stehen nur noch 6,3 km, die ich möglichst schnell über die Bühne bringen möchte. Halbwegs vom Gedanken an einen gemütlichen Abend motiviert packe ich mich gut ein, tope den Winterlook mit meinem goldenen Helm, der die Aufschrift
I hate cycling trägt. (Das Überbleibsel eines kreativen Frustabbaues.) Und öffne schlussendlich die Schultür, mein Weg in die Freiheit. Diese begrüßt mich allerdings erstmal mit Regen und Wind, was mir dank Dunkelheit bis zu letzt verborgen blieb. Entnervt stämme ich mich diesem entgegen, versuche trotz der Schwärze alle Pfützen zu erspähen, öffne dann beim Rad angekommen das Schloss, schalte die Fahrradlichter an und versuche mit einer Tüte den Sattel in einen mindest einigermaßen trockenen Sitz zu verwandeln. Meine Laune sinkt dabei noch einmal tiefer, als ich registriere, dass der Wind natürlich kein Rückenwind ist. Es ist aber auch kein Gegenwind, versuche ich mich zu ermutigen und schwinge mich aufs Bike.
Nach nicht mal einem Kilometer ist meine Hose im Bereich der Oberschenkel komplett durchnässt, aber nach dem bewältigen eines weiteren löst sich dieses Problem dann von selbst. Ich spüre einfach gar nichts mehr. Die Kombination aus Nässe und Kälte raubt mir jedes Gefühl. Wie eine Maschine träpple ich rhythmisch gegen den eisigen Seitenwind, der konstantes korrigieren der Fahrtrichtung verlangt, und die Müdigkeit eines langen Tages an. In meinem Kopf wiederholt sich der Gedanke eines einzigen Wortes. HEIM.
Nach der Hälfte des Weges geht es dann bergab. Das Vereinen dieser beiden Faktoren hebt meine Laune genug um wieder stärker in die Pedale zu treten. Ein Fehler, den das Schicksal mit einem überfluteten Fahrradweg quittiert. Und dann kommt alles zusammen. Da das Durchpflügen von Wassers bekanntlich zu einem Aufspritzen führt und starker Seitenwind zu einer Ablenkung von Flugbahnen, hilft mir die Physik in diesem Fall nur so weit weiter, das plötzliche komplett durchweichen meiner Hosenbeine und noch viel schlimmer meiner Schuhe zu erklären. Was sie allerdings überhaupt nicht erklärt, ist das plötzliche anheben meiner Mundwinkel.
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Und das Beste am verfroren oder nass nach Hause kommen - das Gefühl wenn man dann zu trockenen und bequemen Kleidern wechselt und langsam aufwärmt ist einfach unbeschreiblich <3 |
Ein frostfester Kitesurfer
Strand, Möwen, Surfer.. Drei Dinge die bei mir ein sofortiges Urlaubsgefühl auslösen. Und selbst, dass ich während dieses Gefühl fast erfror, kann der Küste Malmös ihre Schönheit nicht rauben. Der kalte Meerwind reduzierte meinen Sonntagsspaziergang zwar eher auf ein Meeresluft schnuppern. Aber es ist einfach ein Privileg so Nah an so viel Wasser zu leben und der Sommer wird kommen! … hopefully
Ein Tag voller Sterne
Dieses Wochenende war Weihnachtsvorbereitungs-Wochenende. Schließlich ist heute ja auch der 1. Advent - Wait.. der erste Advent?? Wo ist die ganze Zeit geblieben?
Mein Samstag begann deshalb um 6.30 erst gemütlich mit einem Kaffee und einer Mandarine, um dann um sieben mit meinen Zimtsternen als erstes den Ofen zu belegen. Da Skandinavier Zimt lieben habe ich mir diese als Vertretung aus der Palette ausgesucht und Gott sei Dank auch einen Treffer gelandet. Meine deutschen Sterne sind gut angekommen, obwohl sich die hier zu Weihnachten gebackenen SmåKakor ('KleinKuchen') doch erheblich von unseren Plätzchen unterscheiden.
Ausgestochen werden eigentlich nur Pepparkakor, weswegen es gar nicht so einfach war eine Sternform für mich zu finden. Der Rest wird meist in Scheiben, die von einer Teigwurst abgeschnitten werden, gebacken oder als aus dem flachgewälzten Teig ausgeschnittene Quadrate in den Ofen geschoben. Total praktisch! Und da Weihnachtsgebäck hier auch eher einfach gehalten wird, wirklich viel schneller zuzubereiten. Der Geschmack ist meist würzig und natürlich wie alles hier weniger süß. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass die Definitionen und Interpretationen von Weihnachtsgebäck so verschieden sein können und kann im Moment auch nicht sagen was ich bevorzuge. Es kommt mir fast zu verschieden vor um einen Vergleich zu ziehen.
Aber was ich ganz klar dem vorziehe, was ich von Deutschland kenne, ist die Art Weihnachten vorzubereiten. Während meine deutsche Familie, wenn überhaupt, jeder für sich alleine bäckt und bastelt, ist das Einzige was meine dänische Familie nicht zusammen macht, das Vorbereiten der verschiedenen Teige. Wir waren zu siebzehnt dieses Wochenende. Eine richtige kleine Weihnachts-Werkstatt. Es wurde geschmückt, gebacken und gebastelt. Und natürlich gut gegessen :)
Mit Weihnachtsmützen, Tee und ständig neuen frisch gebackenen Keksen war es ein wunderbar entspannt, weihnachtliches Familienwochenende. Von dem jeder am Ende Deko, verschiedene Plätzchen und Weihnachtstimmung mit nach Hause nehmen konnte.
Meine Familie in Deutschland wohnt so viel näher beieinander. Meine Oma wohnt 10min zu Fuß entfernt und bäckt und bastelt jedes Jahr. Warum muss ich erst ins Ausland gehen um auf die Idee zu kommen, dass ich auch einfach mal bei ihr vorbeischauen könnte, um ihr unter die Arme zu greifen. Oder dass man einfach mal einen Weihnachts-Bastel-und-Back-Nachmittag einberufen könnte?
Ich denke wirklich, dass ich aus meinem Dänischen Weihnachten einiges nach Deutschland mitnehmen werde.
Und was mir gerade noch zum Thema Sterne einfällt: Der Sternenhimmel ist hier, dank der 'richtigen' Dunkelheit, perfekt sichtbar! Als ich letztens vom Innebandy nach Hause geradelt bin, hätte ich fast mit dem Feld Bekanntschaft gemacht, da ich meinen Blick vor lauter Staunen nicht mehr auf den Weg richten konnte. Wunderschön!
Aus dem WeihnachtsLichterLand
Larissa